XPeng MONA M03: 15.300-Euro-E-Auto kommt nach Europa
Fünfter Start für Chinas nächste Elektro-Offensive
XPeng (小鹏) hat am 2. Juli in Peking die weltweite Erstvorstellung und den Vorverkaufsstart des MONA M03 gefeiert. Das Modell ist das erste von Grund auf für den globalen Markt konzipierte Fahrzeug der Marke und soll in über 60 Ländern angeboten werden. CEO He Xiaopeng kündigte an, dass die offizielle Weltpremiere am 16. Juli in München stattfindet – ein klares Signal für den Einstieg in den hart umkämpften europäischen Markt.
Der MONA M03 ist kein weiteres E-Auto von der Stange. Entwickelt von einem jungen Team, das alltägliche Szenarien wie Camping, Surfen und Vlog-Dreh in die Fahrzeugfunktionen übersetzt hat, bietet es zahlreiche „Easter Eggs" und innovative Details. „Es ist kein Auto für junge Leute, sondern eines, das junge Leute für sich selbst gebaut haben", beschreibt Produktchef Yang Guang die Philosophie.
Globale Strategie: 30–40 % Exportanteil erwartet
XPeng verkauft bereits in Norwegen, Schweden, Dänemark und den Niederlanden, aber noch nicht offiziell in Deutschland. Mit dem MONA M03 will das Unternehmen den Sprung auf den deutschen Markt schaffen. Derzeit stammen rund 20 % des Absatzes aus dem Ausland, langfristig soll die Hälfte der Verkäufe außerhalb Chinas erzielt werden. Für den M03 rechnet XPeng im ersten Jahr mit 30–40 % Exportanteil – eine deutliche Steigerung.
Um den unterschiedlichen Fahrgewohnheiten in Europa und China gerecht zu werden, wurde das Fahrwerk global abgestimmt: kompakter Wendekreis, kurze Bremswege, weniger Seitenneigung und ein Anti-Motion-Sickness-System, das das Nicken reduziert. Das Fahrverhalten bezeichnet Yang Guang als „erfrischend" – sportlich, aber nicht übertrieben hart.
Autonomes Fahren: Neue UN-Regulierung ebnet den Weg
Ein entscheidender Meilenstein: Die Vereinten Nationen haben kürzlich einheitliche Regelungen für autonomes Fahren der Stufen L2 bis L5 verabschiedet. Diese treten im Dezember 2024 in Kraft und erlauben, dass Hersteller ihre Assistenzsysteme wie bei Stufe 2 und NOA/NGP in vielen Ländern nutzen können. Bisher waren solche Systeme außerhalb Chinas und der USA kaum zugelassen. CEO He Xiaopeng sieht darin einen „riesigen Vorteil" für XPeng, das bereits an der UN-Regulierung mitgewirkt hat.
Das Unternehmen treibt zudem die Entwicklung von VLA (Vision-Language-Action) voran, einem KI-Modell, das Sprache und visuelle Wahrnehmung vereint. Ab August 2024 wird VLA in ausgewählten Märkten getestet, ab Anfang 2025 soll es schrittweise in mehreren Ländern eingeführt werden.
Technische Daten
| Spezifikation | Wert |
|---|---|
| Antriebsleistung | 140 kW (190 PS) / 160 kW (218 PS) |
| Batteriekapazität | 51,8 kWh / 62,2 kWh (Lithium-Eisenphosphat) |
| Reichweite (CLTC*) | 515 km / 620 km (entspricht ca. 440 km / 530 km WLTP-Schätzwert) |
| 0–100 km/h | 7,8 s (Standard) / 6,2 s (Performance) |
| Ladeleistung (DC) | bis zu 120 kW (800-Volt-Architektur) |
| Ladezeit 10–80 % | ca. 25 Minuten |
| Maße (L×B×H) | 4.780 × 1.896 × 1.445 mm |
| Radstand | 2.815 mm |
| Preis (China) | ab ca. 15.300 € (ca. 119.800 Yuan) |
*CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP). Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Fazit: Mehr als nur ein neues Auto
Der XPeng MONA M03 markiert den Übergang vom reinen China-Hersteller zum globalen Player. Mit einem attraktiven Einstiegspreis, moderner 800-Volt-Technik und intelligenten Assistenzsystemen richtet er sich an junge, technologieaffine Käufer in aller Welt. Die Weltpremiere in München unterstreicht den Willen, in Europa Fuß zu fassen. Sollte XPeng die angekündigten Preise und Reichweiten auch hierzulande realisieren können, dürfte der M03 zu den interessantesten Elektro-Kompaktmodellen des Jahres 2025 gehören.
Europa-Expansion angekündigt, Marktstart in Deutschland für 2025 erwartet.

