Maserati: Minus 80 % Absatz, Rettung via Huawei
Der italienische Luxushersteller Maserati plant seine Rückkehr in die obere Premiumliga offenbar mit chinesischer Technik und Fertigung. Wie das Branchenportal Future Cars Daily unter Berufung auf Branchenkreise berichtet, hat die Stellantis-Tochter zwei neue Elektromodelle beschlossen: einen großen, rein elektrischen SUV (BEV) und einen großen elektrischen GT. Intern soll der E-GT als erstes Modell der Zusammenarbeit favorisiert werden.
Dreier-Allianz aus Technik, Fertigung und Design
Das Vorhaben ist als Partnerschaft dreier Partner angelegt, die sich die Aufgaben teilen:
- Huawei (华为): liefert die Plattform der Harmony Intelligent Mobility Alliance (HIMA, 鸿蒙智行) – darunter das intelligente Cockpit, das Qiankun-ADS-Fahrassistenzsystem (ADAS) und die E-Antriebstechnik.
- JAC (江淮): übernimmt im Maextro-Werk (尊界) die Fahrzeugentwicklung und die Fertigung.
- Maserati: steuert seine über hundertjährige Designsprache und das weltweite Vertriebsnetz bei.
Zwei Marken, zwei Märkte
Verkauft werden die Fahrzeuge nach einer „Dual-Brand"-Strategie: In China laufen sie unter der Marke Maextro (尊界), auf den internationalen Märkten behalten sie das Maserati-Logo. So will Maserati seine Luxus-DNA bewahren, während die Kosten im Rahmen bleiben.
Karosserie aus Hefei, Endmontage in Italien
Für den Export setzt Maserati auf das SKD-Verfahren (Semi Knocked Down). Dabei werden die unlackierten Rohkarosserien („White Bodies") im JAC-Werk im chinesischen Hefei gefertigt und anschließend nach Italien verschifft. Dort folgen die Endmontage, der Einbau der Luxus-Innenausstattung und die Fahrwerksabstimmung. Diese Strategie soll zugleich die historischen Werke in Cassino und Modena wieder auslasten.
Als erste Zielmärkte nennt die Quelle den Nahen Osten, Italien, Frankreich und Deutschland. Die Entscheidungsgewalt über den internationalen Vertrieb soll weiterhin bei Maserati liegen.
Schwache Zahlen zwingen zum Umdenken
Die Zusammenarbeit kommt zu einem kritischen Zeitpunkt. 2025 fielen die weltweiten Auslieferungen der Marke erstmals unter 8.000 Einheiten – ein Rückgang von rund 80 % gegenüber dem Höchststand von 2017 und der niedrigste Wert seit über einem Jahrzehnt. Auch die Finanzen sind angespannt: Der bereinigte operative Verlust lag bei 198 Millionen Euro, die Marge bei -27,3 %.
Stellantis-Chef Antonio Filosa hatte zuvor eingeräumt, dass industrielle Partner nötig seien, um die Zukunft der Marke zu sichern – ohne sie zu verkaufen. Mit Huaweis intelligenter Technik und JACs Fertigungskapazität will Maserati seine Defizite in Entwicklung und Digitalisierung ausgleichen und im globalen Luxusmarkt wieder eine Rolle spielen.
In Deutschland
Maserati ist in Deutschland bereits als Marke vertreten – und Deutschland gehört laut dem Bericht neben dem Nahen Osten, Italien und Frankreich zu den ersten Zielmärkten




