Lynk & Co 900L: Siebensitzer mit 430 km E-Reichweite
In China steht der Lynk & Co (领克) 900L erstmals ungetarnt auf der Straße: ein Siebensitzer der Oberklasse, 5.280 Millimeter lang, ausschließlich als Plug-in-Hybrid angeboten. Marktstart ist für Ende 2026 vorgesehen, einen Preis nennt die Marke noch nicht.
Damit zielt der neue Top-Lynk auf ein Feld, in dem hierzulande BMW X7 und Mercedes GLS den Maßstab setzen. Auch die chinesische Konkurrenz ist namhaft: Li Auto (理想) L9 und AITO (问界) M9 spielen in derselben Klasse.
Mit 5,28 Metern Länge liegt der 900L auf GLS-Niveau, beim Radstand von 3.170 Millimetern sogar leicht darüber. Ein Li Auto L9 bringt es auf 5,22 Meter, ein AITO M9 auf 5,23 Meter.
Zehn Millimeter mehr Radstand als der 900
Gegenüber dem bekannten Lynk & Co 900 legt der 900L um 40 Millimeter in der Länge und zehn Millimeter im Radstand zu. Breite und Höhe bleiben unverändert. Die auffälligste Änderung ist die Front: Eine durchgehende Einheit aus Dünnlicht-Signatur und Doppellinsen-Hauptscheinwerfern, dazu Lufteinlässe und Abweiskanten in der Schürze.
Auf dem Dach sitzt ein Lidar. Lynk & Co dürfte das Assistenzsystem G-Pilot H5 aus dem Geely-Konzern verbauen. Der Böschungswinkel vorn und hinten liegt bei jeweils 20 Grad.
Die rein elektrische Reichweite gibt Lynk & Co mit 320 beziehungsweise 430 Kilometern an — gemessen im chinesischen CLTC-Zyklus (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10 bis 15 % optimistischer als WLTP).
Einordnung der Reichweite: 430 km nach CLTC sind realistisch etwa 370 km nach WLTP. Für einen Plug-in-Hybrid dieser Größe ist das ein Spitzenwert — ein BMW X5 xDrive50e kommt auf rund 90 km nach WLTP.
Komfort statt Sportlichkeit
Die Siebensitzer-Bestuhlung, halb versenkte Türgriffe, ein schwebend wirkendes Dach und 21-Zoll-Räder mit dichten Speichen zielen auf Kundschaft, die Platz vor Sport sucht. Zur Wahl steht eine eigene, dunkelrote Lackierung. Die Serienräder der jetzt gesichteten Prototypen fallen dagegen schlicht aus.
Technisch bleibt Luft nach oben: Eine Luftfederung ist vorgesehen, eine Hinterachslenkung nennt die Quelle nicht. Bei 5,28 Metern Länge wäre sie in europäischen Innenstädten kein Luxus.
Knapp zwei Meter breit
Für europäische Verhältnisse ist vor allem die Breite relevant: 1.999 Millimeter ohne Außenspiegel — also knapp zwei Meter. Damit liegt der 900L auf dem Niveau eines BMW X7 und deutlich über einem VW ID.4 (1.852 mm). In vielen hiesigen Tiefgaragen ist das die Obergrenze.
Ob der Siebensitzer nach Europa kommt, ist offen. Eine EU-Typgenehmigung ist nicht bestätigt, europäische Preise nennt die Marke nicht. Ein EuroNCAP-Ergebnis liegt ebenfalls noch nicht vor.
In Deutschland
Lynk & Co ist in Deutschland mit dem 01 und dem 02 vertreten, verkauft wird über Direktvertrieb und Abo-Modell. Der 900L bleibt bislang ein reines China-Modell: Eine EU-Typgenehmigung ist nicht bestätigt, Pläne für eine Europa-Einführung nennt die Marke nicht. Mit 5,28 Metern Länge und knapp zwei Metern Breite wäre der Siebensitzer hierzulande ohnehin ein Nischenfahrzeug.