ONVO L80 ab 31.100 € – BYD verhandelt mit Stellantis
Der chinesische Automarkt bleibt in Bewegung: BYD (比亚迪) lotet mit Stellantis die Übernahme eines stillgelegten Werks in Europa aus, ONVO (乐道) – die Submarke von NIO (蔚来) – startet den SUV L80 zu attraktiven Preisen, und XPeng (小鹏) sondiert gemeinsam mit Volkswagen (VW) mögliche Produktionsstätten in Europa. Auch der neue Premium-Ableger Qijing (启境) von GAC und Huawei sammelt Kapital ein.
BYD sucht europäische Produktionsstätte
BYD Executive Vice President Stella Li bestätigte gegenüber Bloomberg, dass der Konzern mit Stellantis und weiteren Herstellern über die Übernahme von Werken mit freien Kapazitäten spricht. Ziel sei es, die lokale Produktion auszubauen. „Wir haben uns bereits zahlreiche Werke in Europa angesehen“, so Li. Neben Stellantis’ Cassino-Werk in Italien stünden auch Standorte in Frankreich und anderen Ländern mit günstigen Stromkosten im Fokus. BYD selbst erklärte: „Die Information ist zutreffend, wir haben jedoch derzeit nichts Weiteres mitzuteilen.“ Damit könnte der weltgrößte Elektroauto-Hersteller Zollhürden umgehen und seine europäische Präsenz massiv ausbauen.
ONVO L80: Start des großen Fünf-Sitzer-SUV
ONVO feierte am 15. Mai seinen zweiten Geburtstag und brachte den L80 auf den Markt. Der große Fünf-Sitzer-SUV ist in den Varianten Pro, Max+ und Ultra+ erhältlich – mit zwei Fahrassistenz-Lösungen: einer Orin-X Pure-Vision-Version oder einem Shenji-Chip plus Lidar. Die Preise (chinesischer Markt):
- Vollkauf: ab 242.800 Yuan (ca. 31.100 €)
- BaaS (Batteriemiete): ab 156.800 Yuan (ca. 20.100 €)
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
ONVO positioniert den L80 als „intelligentes Doppelkabine-Flaggschiff-SUV“ und will die Lücke zwischen kompakten E-SUVs und teuren Luxusmodellen schließen. Die Auslieferungen starten am 16. Mai. NIO betreibt inzwischen 8.865 Wechsel- und Ladestationen in China.
Li Auto: Keine aktiven Kündigungen
Li Auto (理想) CEO Li Xiang erklärte in einem Interview, das Unternehmen werde nicht aktiv Mitarbeiter entlassen. „Im KI-Zeitalter ändern sich die Anforderungen an Talente. Wer nicht mithalten kann, scheidet von selbst aus“, so Li. Die Aussage steht im Kontrast zu den jüngsten Massenentlassungen bei NIO und XPeng. Li Auto setzt stattdessen auf natürliche Fluktuation durch technologischen Wandel.
Qijing: Kapitalerhöhung über 1 Mrd. Yuan
Qijing (启境), das Joint Venture von GAC und Huawei, hat eine strategische Kapitalerhöhung über 1 Mrd. Yuan (ca. 128 Mio. €) abgeschlossen. Zu den Investoren zählt CATL (宁德时代) – der weltweit größte Batteriehersteller – sowie die Bosch-Tochter BoYuan Capital (博原资本). Ziel ist es, die Entwicklung des hochpreisigen Elektro-SUVs (Codename GH3) zu beschleunigen und die Markteinführung in China 2026 vorzubereiten. Qijing soll mit dem Huawei Inside-Label und CATL-Batterien die deutsche Premium-Konkurrenz wie BBA (BMW, Mercedes-Benz, Audi) angreifen.
XPeng prüft europäische Fertigung mit VW
XPeng verhandelt laut Financial Times mit Volkswagen über die Nutzung eines europäischen Werks. Alternativ erwägt das chinesische EV-Startup (新势力) den Bau einer eigenen Fabrik. „Nicht alle Standorte von VW entsprechen unseren Anforderungen für die neueste Fahrzeuggeneration“, so XPengs Nordosteuropa-Chef Elvis Cheng. VW-CEO Oliver Blume hatte zuvor angedeutet, chinesische Modelle in Europa zu bauen und Werke zu teilen. Eine Entscheidung wird in den kommenden Monaten erwartet.
Europa-Start ungewiss: ONVO bringt den L80 zunächst nur in China an den Start. Ein Export nach Europa ist mittelfristig denkbar, dürfte aber frühestens 2027 erfolgen. BYD und XPeng arbeiten bereits aktiv an europäischen Produktionskapazitäten, um Zölle zu umgehen und die Marktdurchdringung zu beschleunigen. Qijing steht noch vor der Markteinführung in China – ein Europa-Start ist nicht absehbar.

