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Äthiopien: Importe chinesischer E-Autos verdoppelt auf 44.000 Stück

Äthiopien importierte 2025 über 44.000 E-Autos aus China – doppelt so viel wie im Vorjahr. BYD ist der wichtigste Lieferant. Trotz schwachem Stromnetz treiben hohe Spritpreise und eine Verbrenner-Sperre die Nachfrage.

Äthiopien: Importe chinesischer E-Autos verdoppelt auf 44.000 Stück

Äthiopien hat 2025 seine Importe chinesischer Elektroautos auf 44.358 Einheiten mehr als verdoppelt, wie aus Daten des chinesischen Handelsministeriums hervorgeht. Das entspricht etwa einem Drittel aller chinesischen E-Auto-Exporte nach Afrika. Spitzenreiter unter den Marken ist BYD, der mit dem günstigsten Modell (etwa 1,3 Mio. Birr, umgerechnet ca. 11.900 €) den Massenmarkt anspricht.

Verbot von Verbrennern als Treiber

Bereits 2023 hatte Äthiopien als weltweit erstes Land die Einfuhr neuer Verbrenner-Pkw verboten – mit der Begründung, die knappen Devisen nicht für teure Treibstoffimporte zu verschwenden. Das Land gibt jährlich rund 4,2 Mrd. Dollar für Erdölimporte aus. Der Umstieg auf E-Autos ist ein Kernstück der nationalen Energiewende: 90 Prozent des Stroms stammen aus erneuerbaren Quellen, vor allem Wasserkraft und Solarenergie.

Der Verkehrsminister Bareo Hassen betont: „Wir haben ein riesiges Potenzial bei erneuerbaren Energien.“ Die Regierung will die Luftverschmutzung in der Hauptstadt Addis Abeba senken und gleichzeitig die Abhängigkeit von Importen reduzieren. Kaufanreize wie die Befreiung von Importzöllen und Steuern machen E-Autos attraktiv – obwohl sie für die meisten Bürger weiterhin unerschwinglich sind. Zum Vergleich: Ein Arzt verdient in Äthiopien weniger als 100 Dollar im Monat.

Ladeinfrastruktur als Achillesferse

Trotz des Booms bleibt die Infrastruktur eine große Herausforderung. In Addis Abeba gibt es weniger als 100 öffentliche Ladepunkte, außerhalb der Hauptstadt quasi keine. Zudem kommt es täglich zu Stromausfällen. Ein BYD-Fahrer berichtet, er könne wegen fehlender Lademöglichkeiten nicht in die 285 km entfernte Ferienregion Hawassa fahren.

Der Leiter einer Ride-Hailing-Firma in Addis Abeba sagt: „Ich war zunächst skeptisch, aber nach dem Kauf eines E-Autos bin ich vorsichtig optimistisch. Die Betriebskosten liegen bei nur 4 Dollar pro Monat, verglichen mit 27 Dollar für einen Verbrenner.“ Derzeit sind rund 115.000 E-Autos auf äthiopischen Straßen unterwegs – etwa 8 Prozent des gesamten Fahrzeugbestands.

China als Vorbild – Ausbau geplant

Äthiopien plant den Bau von 17 E-Auto-Montagewerken, bis 2030 sollen es 60 sein. Ziel ist es, die Abhängigkeit von Importen zu verringern und die Preise zu senken. Das Land orientiert sich an China und Norwegen, die mit staatlicher Förderung und Ladeinfrastruktur die E-Mobilität vorangetrieben haben.

Bob Wesonga von der African Electric Vehicle Alliance fasst zusammen: „Mehr als 100.000 Autofahrer sind jetzt unabhängig von Ölpreisschwankungen. Das ist nicht nur Verkehrspolitik, sondern eine grundlegende Neugestaltung der Energieversorgung des Landes.“ Dennoch bleibt der Preis das größte Hindernis: Selbst der günstigste BYD kostet das Hundertfache eines durchschnittlichen Monatsgehalts.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus. Der günstigste BYD in Deutschland ist aktuell der Dolphin ab ca. 32.990 €. Ein Marktstart des in Äthiopien populären Billigmodells ist für Europa bislang nicht angekündigt.

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