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Äthiopien importiert 44.000 chinesische E-Autos – BYD vorn

Äthiopien hat 2025 über 44.000 chinesische Elektroautos importiert – doppelt so viele wie im Vorjahr. BYD (比亚迪) ist das Maß der Dinge, doch die Ladeinfrastruktur bleibt ein Problem.

Äthiopien importiert 44.000 chinesische E-Autos – BYD vorn

Äthiopien treibt die Elektromobilität mit chinesischen Autos voran – allen voran BYD (比亚迪). Das ostafrikanische Land hat 2025 nach Angaben des chinesischen Handelsministeriums insgesamt 44.358 Elektroautos aus China importiert, mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr (19.386). Der Wert der Importe übersteigt 200 Millionen US-Dollar. Äthiopien vereint damit ein Drittel aller chinesischen E-Auto-Importe in Afrika und liegt vor Südafrika, Ägypten, Marokko und Nigeria.

Hintergrund ist ein weitgehendes Verbot der Einfuhr von Verbrennerfahrzeugen, das die Regierung vor zwei Jahren erließ. Grund: Devisenmangel und hohe Ausgaben für Treibstoffimporte. Jährlich gibt das Land rund 4,2 Milliarden US-Dollar für Benzin und Diesel aus. Der Umstieg auf E-Autos soll die Abhängigkeit von Importen verringern – auch als Puffer gegen externe Schocks wie die Schließung der Straße von Hormus, die jüngst zu einem Brennstoff-Engpass von 180.000 Tonnen führte.

Mehr als 115.000 E-Autos auf Äthiopiens Straßen

Rund 115.000 Elektrofahrzeuge sind inzwischen in Äthiopien zugelassen – das entspricht knapp acht Prozent des gesamten Fahrzeugbestands. Die günstigsten BYD-Modelle kosten umgerechnet etwa 12.000 Euro (ca. 13.000 US-Dollar)*. Das ist für die meisten Äthiopier unerschwinglich – ein Arzt verdient im Schnitt weniger als 100 Euro monatlich. Dennoch sind die Betriebskosten immens niedrig: Private E-Auto-Besitzer zahlen laut lokalen Betreibern umgerechnet rund 4 Euro pro Monat fürs Laden, verglichen mit rund 27 Euro für Benzin.

*Hinweis: Preise beziehen sich auf den äthiopischen Markt, nicht auf China.

Ladeinfrastruktur bleibt Achillesferse

Das größte Hindernis ist die fehlende Ladeinfrastruktur. Außerhalb der Hauptstadt Addis Abeba gibt es praktisch keine öffentlichen Ladestationen. Selbst in der Hauptstadt existieren weniger als 100 Ladepunkte. Zudem leidet das Stromnetz unter täglichen Stromausfällen. Ein BYD-Fahrer berichtet im Gespräch mit dem Guardian: „Das Auto schafft 260 Meilen (rund 420 km, CLTC – entspricht ca. 360 km WLTP-Schätzwert). Aber auf die Ferieninsel Hawassa, 285 Kilometer entfernt, komme ich nicht – es fehlen Ladestationen unterwegs."

Die Regierung fördert den Kauf mit Befreiung von Importzöllen und Steuern. Gleichzeitig plant sie den Aufbau von 17 E-Auto-Montagewerken; bis 2030 sollen es 60 sein. Damit soll die lokale Wertschöpfung steigen und die Preise sinken.

Afrikas Vorreiter mit Hindernissen

Äthiopien bezieht rund 90 Prozent seines Stroms aus Wasserkraft und Solarenergie – ein klarer Vorteil für die Elektromobilität. Der Bau des gigantischen Renaissance-Staudamms soll die Stromerzeugung verdoppeln. Dennoch bleibt die Kaufkraft die größte Hürde. „Viele können sich kein E-Auto leisten", sagt Bob Wesonga von der African Electric Vehicle Alliance. „Die Verbrenner-Beschränkung treibt zudem die Gebrauchtwagenpreise in die Höhe." Trotz aller Probleme sehen Experten das Land auf dem richtigen Weg: Es reduziere nicht nur Emissionen, sondern mache die Energieversorgung unabhängiger von globalen Krisen.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

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