Gotion bringt Natrium-Ionen-Akku „Gnascent“ mit 261 Wh/kg in Serie
Auf seiner 15. Global Technology Conference hat Gotion High-Tech (国轩高科) offiziell seine neue Natrium-Ionen-Batteriemarke „Gnascent“ vorgestellt. Das Unternehmen, an dem die Volkswagen AG die Mehrheit hält, präsentierte drei spezialisierte Akkuversionen. GWh-skalige Fertigungslinien in Tangshan und Hefei laufen bereits.
Die drei Gnascent-Varianten
High-Energy-Version: Diese Zelle erreicht eine Energiedichte von 261 Wh/kg – ein Plus von 60 Prozent gegenüber herkömmlichen Natrium-Ionen-Zellen. Sie ist speziell für gewichtssensitive Anwendungen wie leichte Elektrofahrzeuge und Drohnen im Bereich der urbanen Luftmobilität (Low-Altitude Economy) ausgelegt.
Power-Version: Mit 162 Wh/kg unterstützt diese Variante ultra-niedrige Temperaturen bis −50 °C. Sie löst typische Winterprobleme bei Nutzfahrzeugen und Outdoor-Geräten in extrem kalten Regionen und gilt als besonders kältebeständig.
Energiespeicher-Version: Eine Einzelzellenkapazität von 180 Ah bei über 20.000 Zyklen Lebensdauer. Bei −40 °C bleiben noch 88 Prozent Kapazität erhalten. Diese Version hat strenge Sicherheitstests bestanden, darunter einen 8-mm-Stahlnageldurchstich und Erhitzung auf 400 °C ohne Entzündung.
Technologie und Patente
Das Gnascent-Portfolio wird durch über 90 Patente abgesichert – für Kathodenmaterialien (Schichtoxide, Polyanionen, Natrium-Mangan-Eisen-Pyrophosphat), Hartkohle-Anoden und Elektrolyt-Additive. Besonders bemerkenswert ist das „anodenlose“ Design, das Materialkosten senkt und die Energiedichte erhöht.
Strategische Ausrichtung
Gotion High-Tech will mit Gnascent großflächig in netzseitige, industrielle und private Energiespeicher einsteigen. Nischenmärkte wie Zweiräder und Start-Stopp-Batterien für Verbrenner werden ebenfalls adressiert. Das Unternehmen mit Hauptsitz in Hefei ist seit 2006 aktiv und verfügt über 20 Produktionsstandorte weltweit. Bis Ende 2025 soll die jährliche Produktionskapazität 400 GWh erreichen. In China belegt Gotion nach CATL und BYD den dritten Platz bei den installierten Batteriekapazitäten – zuletzt mit einem Marktanteil von rund 6,6 Prozent.
Volkswagen ist mit rund 26 Prozent größter Anteilseigner von Gotion High-Tech. Der Konzern sichert sich so den Zugang zu innovativer Batterietechnologie für seine Elektroauto-Offensive. Gotion betreibt in Europa ein Werk in Göttingen, das ab 2025 Batteriemodule für den europäischen Markt fertigen soll. Eine direkte Markteinführung der Gnascent-Technologie in Deutschland ist noch nicht terminiert, aber die VW-Beteiligung macht eine Nutzung in künftigen VW-Elektromodellen wahrscheinlich.

