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BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD Blade 2.0: 170-Zellen-Pack nach 40h Tiefkühlung zerlegt

BYDs zweite Generation Blade Battery hält stundenlangem Sägen und Hämmern stand. Ein chinesisches Team zeigt den 572 kg schweren Akku im Detail und diskutiert Kühlung, Kleber und Reparierbarkeit.

BYD Blade 2.0: 170-Zellen-Pack nach 40h Tiefkühlung zerlegt

BYD Blade Battery 2.0 – ein chinesisches Zerlegeteam hat den Akku öffentlich seziert und dabei erstaunliche Haltbarkeit demonstriert. Trotz 40-stündiger Tiefkühlung, Schleifarbeiten, Sägen und Hämmern fing das Paket weder Feuer noch explodierte es. Nun legt das Team eine detaillierte technische Erklärung nach – inklusive Zellstruktur, Kühlkonzept und Reparatur-Herausforderungen.

Die Live-Zerlegung (Teardown) sorgte im Netz für großes Aufsehen. Kritiker hatten dem Team vorgeworfen, die Klimaanlage des Testfahrzeugs manipuliert oder die Kühlplatte beschädigt zu haben. In der jetzt veröffentlichten Stellungnahme weisen die Tester die Vorwürfe zurück: Die Kabinenheizung sei nur vor dem Test kurz aktiviert gewesen, um die Batterie schneller zu entladen. Die Kühlplatte sei während der gesamten Zerlegung intakt geblieben. Die Temperatursensoren wurden unten an den Zellen angebracht, weil der obere Kühlbereich unzugänglich war.

Um den Strukturkleber spröde zu machen, wurde das Akkupack rund 40 Stunden lang in einem Kühlhaus eingefroren. Trotzdem mussten die äußeren Strukturen zerstörend entfernt werden – weder Erhitzen noch chemische Kleberentferner kamen in Frage, weil die Zellen für weitere Untersuchungen intakt bleiben sollten. Das Team, das bereits über 20 Akkupacks zerlegt hat, bezeichnete die zweite Generation Blade Battery als das schwierigste Exemplar, das ihm je untergekommen sei.

170 Zellen in Reihe

Die Zerlegung offenbarte eine „目"-förmige innere Verstärkungsstruktur, die das Paket in mehrere Kammern unterteilt. Insgesamt sind 170 Zellen in Reihe geschaltet, mit getrennten Hochspannungsboxen vorne und hinten. Das integrierte DBO- (Digital Battery Optimizer) und BMS-Design (Batteriemanagementsystem) soll die Komplexität im Akkusystem reduzieren. AC-Ladung wird demnach nicht direkt ins Pack, sondern über das fahrzeuginterne Ladegerät im elektronischen Steuergerät geführt.

Kältemittel-Direktkühlung

BYD setzt auf eine kältemittelbasierte Direktkühlung, die den Phasenwechsel des Kältemittels zur Wärmeabfuhr nutzt. Das spart Umlaufpumpen und senkt Systemkosten. Allerdings haben Kältemittel eine geringere Wärmekapazität als Flüssigkeitskühlung, was bei wiederholten Flash-Ladevorgängen zu Ungleichmäßigkeiten führen kann. Die Strömungskanäle im Kühlkörper sollen dies jedoch ausgleichen, so das Team.

Reparierbarkeit: Viel Kleber, wenig Zugänglichkeit

Ein zentraler Kritikpunkt: Das gesamte Akkupack ist mit Strukturkleber überzogen – um Module, Busbars, Anschlüsse und Signalleitungen. Das erschwert nicht nur die Zerlegung, sondern auch spätere Reparaturen und das Recycling erheblich. Unter den Zellen fand sich eine Faserplatte als untere Schutzschicht, die eher der Struktur als der Wärmeleitfähigkeit dient.

Bemerkenswert: Der Akku besitzt keine klassische obere Abdeckung – das Team stellt klar, dass diese im Zusammenspiel mit dem Fahrzeugboden und der Sitzbefestigung gesehen werden muss. Kritisch angemerkt wird der Einsatz von Aluminiumleitern in manchen Hochstrombereichen, wenngleich keine unabhängige Langzeitbewertung vorliegt.

Gemessene Daten

  • Gewicht Akkupack: 572 kg
  • Pack-Energiedichte: ca. 132 Wh/kg
  • Zell-Energiedichte: ca. 179,6 Wh/kg
  • Pack-Integrationsgrad: 73,6 %

Reparaturdebatte für E-Autos

Der Teardown fällt in eine Zeit zunehmender Rechtsstreitigkeiten zwischen chinesischen Autoherstellern und Online-Creatorn. Ein chinesisches Gericht bestätigte kürzlich ein Urteil gegen einen Blogger von „Long Ge Talks EVs": Er muss sich öffentlich entschuldigen und 2 Millionen Yuan (ca. 256.000 €)* Schadenersatz zahlen, weil er unbelegte Behauptungen über BYD-Systeme verbreitet hatte.

Das Zerlegeteam vergleicht den BYD-Akku mit dem Teardown von Teslas 4680-Zellpaket (Munro Live). Fazit: Immer stärker integrierte Batteriestrukturen stellen die gesamte Branche vor neue Herausforderungen bei Reparatur, Recycling und Unfallinstandsetzung.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

Die Blade Battery der zweiten Generation wird voraussichtlich ab 2026 in neuen BYD-Modellen für Europa eingesetzt – konkrete Termine stehen noch aus. BYD baut sein Händlernetz in Deutschland kontinuierlich aus.

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