BYD: Patent für Sulfid-Festkörperbatterie – Pilotproduktion 2027
BYD (比亚迪) hat ein neues Patent für eine Verbund-Festelektrolytmembran (composite solid electrolyte membrane) angemeldet, die in Festkörperbatterien zum Einsatz kommen soll. Die Hinterlegung erfolgte im Mai 2026 beim chinesischen Patentamt (CN121983643A) und trägt den Titel „Verbund-Festelektrolytmembran und Herstellungsverfahren, Festkörperbatterie, Batteriepack und elektrisches Gerät". Das berichtet Sina.
Das Patent beschreibt eine Elektrolytstruktur, bei der mehrere anorganische Festelektrolytpartikel mit einem Polymer-Elektrolyt-Fasernetzwerk umhüllt werden. Die anorganische Komponente besteht aus Partikeln unterschiedlicher Größe; das Polymer enthält eine Polymermatrix und ein Lithiumsalz. Ziel ist eine verbesserte Ionenleitfähigkeit und mechanische Festigkeit der Membran. Konkrete Angaben zu Energiedichte, Ladeleistung, Zyklenlebensdauer, Herstellungskosten oder Kommerzialisierungsterminen fehlen in der Patentanmeldung. Auch Lithium-Metall-Anoden, Fahrzeugintegration oder Pack-Drucksysteme – typisch für Sulfid-Festkörperbatterien (Festkörperbatterien auf Sulfidbasis) – werden nicht thematisiert.
Chefwissenschaftler nennt Hürden
BYD-Chefwissenschaftler Lian Yubo erklärte im April 2026, die Entwicklung der All-Solid-State-Batterie habe eine „kritische Durchbruchsphase" erreicht. Die Kommerzialisierung werde jedoch durch komplexe Fertigungsprozesse, Kosten- und Ausbeuteprobleme gebremst. Als zentrale technische Hürden nannte er die Stabilität der Fest-Fest-Grenzfläche und die Unterdrückung von Lithium-Dendriten. Die Industrie müsse sich auf die gesamte Systemkette konzentrieren, nicht nur auf die Optimierung einzelner Zellen.
Bereits früher hatte BYD eine Pilotproduktion um 2027 in Aussicht gestellt, parallel zur Entwicklung von Natrium-Ionen-Batterien der dritten Generation mit bis zu 10.000 Ladezyklen.
Chinesischer Wettlauf um Festkörperbatterien
Mehrere chinesische Batteriehersteller arbeiten an größeren Festkörper-Prototypen und Pilotlinien. Im März 2026 stellte CALB (chinesischer Batteriehersteller) einen 60-Ah-All-Solid-State-Prototyp mit über 450 Wh/kg vor. Chery (chinesischer Autohersteller) entwickelt eine 60-Ah-Zelle mit 400 Wh/kg und plant Fahrzeugintegrationstests ab 2027. CATL (Contemporary Amperex Technology, weltgrößter Batteriehersteller) hat ebenfalls Sulfid-Patente angemeldet und peilt eine Pilotproduktion bis 2027 an. GAC (Guangzhou Automobile Group) gab bekannt, dass seine automotive-tauglichen Festkörperzellen über 60 Ah in Kleinserien für Validierungstests gehen.
BYDs aktuelle Batterie-Installationen
Laut Daten von China EV DataTracker setzt BYD weiterhin ausschließlich auf LFP-Batterien (Lithium-Eisenphosphat). Im April 2026 erreichte das Unternehmen ein Installationsvolumen von 10,49 GWh (Marktanteil 16,8 %), verglichen mit 12,84 GWh (22,5 %) im Mai 2025.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.
Hinweis: Der Artikel behandelt ein Patent und technische Entwicklungen. Preise oder Reichweiten sind nicht genannt.

