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BYDCarNewsChinaVon 3 Min. Lesezeit

BYD patentiert Sulfid-Festkörperbatterie: Pilotlinie 2027

BYD hat im Mai 2026 ein Patent für eine Festkörperbatterie mit Sulfid-Elektrolyt eingereicht. Chefwissenschaftler Lian Yubo spricht von einer „kritischen Durchbruchsphase“ – die Pilotproduktion soll 2027 anlaufen.

BYD patentiert Sulfid-Festkörperbatterie: Pilotlinie 2027

BYD (比亚迪) hat ein neues Patent für eine Verbund-Festelektrolyt-Membran für Festkörperbatterien angemeldet. Das Patent mit der Nummer CN121983643A wurde beim chinesischen Patentamt eingereicht und beschreibt eine „zusammengesetzte Festelektrolyt-Membran und ihr Herstellungsverfahren, Festkörperbatterie, Batteriepack und elektrisches Gerät“. Der chinesische Batteriemarkt erlebt derzeit eine Welle von Sulfid-Festkörperbatterie-Entwicklungen – BYD reiht sich mit dieser Patentanmeldung ein.

Die Erfindung beschreibt eine Verbundelektrolyt-Struktur aus mehreren anorganischen Festelektrolyt-Partikeln, die mit einer Polymerelektrolyt-Fasernetz-Beschichtung umhüllt sind. Der anorganische Teil enthält sowohl kleinere als auch größere Partikel. Der Polymerelektrolyt besteht aus einer Polymermatrix und einem Lithiumsalz, das faserförmig um die Oberfläche der anorganischen Partikel gewickelt wird. Ziel ist es, die Ionenleitfähigkeit und die mechanische Festigkeit der Membran zu verbessern. Das Dokument enthält jedoch keine Angaben zu Energiedichte, Ladeleistung, Zyklenlebensdauer, Herstellungskosten oder zum Kommerzialisierungszeitpunkt. Auch werden keine Lithium-Metall-Anoden, Fahrzeugintegration oder Systeme zur Pack-Drucksteuerung erwähnt, die typischerweise mit Sulfid-Vollfestkörperbatterien verbunden sind.

Chefwissenschaftler benennt Engpässe

Im April 2026 erklärte BYD-Chefwissenschaftler Lian Yubo, die Entwicklung der Vollfestkörperbatterie habe eine „kritische Durchbruchsphase“ erreicht. Die Kommerzialisierung werde jedoch durch technische Komplexität, Kostenkontrolle und Produktionsausbeuten eingeschränkt. Als zentrale Hürden nannte er die Grenzflächenstabilität zwischen Feststoff und Feststoff sowie die Unterdrückung von Lithium-Dendriten (metallische Lithium-Ablagerungen, die Kurzschlüsse verursachen können). Die Industrie müsse sich auf die gesamte Systemkette konzentrieren, nicht nur auf einzelne Zellenoptimierungen. BYD arbeite parallel an einer dritten Generation von Natrium-Ionen-Batterien mit bis zu 10.000 Ladezyklen und an einer Pilotproduktion der Festkörperbatterie ab etwa 2027.

Wettbewerb in China

BYDs Patent kommt zu einem Zeitpunkt, an dem mehrere chinesische Batteriehersteller zu größeren Festkörper-Prototypen und Pilotlinien übergehen. Im März stellte CALB einen 60-Ah-Prototyp einer Vollfestkörperbatterie mit einer Energiedichte von über 450 Wh/kg vor. Chery entwickle eine 60-Ah-Zelle mit 400 Wh/kg, deren Fahrzeugintegration 2027 getestet werden soll. CATL hat ebenfalls Sulfid-basierte Festkörperbatterie-Patente angemeldet und plant die Pilotproduktion um 2027. GAC gab bekannt, dass seine Festkörperzellen über 60 Ah in Kleinserienproduktion für Validierungstests gehen. Die chinesischen Hersteller treiben die Technologie massiv voran – ein klares Signal für die nächste Batteriegeneration, die auch für den europäischen Markt relevant wird.

BYDs aktuelle Batterie-Installationsdaten (alle LFP) zeigen, dass das Unternehmen seinen Fokus noch auf die verbreitete Lithium-Eisenphosphat-Chemie legt. Im April 2026 erreichte BYD 10,49 GWh mit 16,8 % Marktanteil in China, gegenüber 12,84 GWh und 22,5 % im Mai 2025. Die Festkörperbatterie soll langfristig die Reichweite und Sicherheit von E-Autos deutlich steigern.


In Deutschland

BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.

BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus. Eine Markteinführung von Festkörperbatterien ist in Europa bisher nicht terminiert.

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