Zeekr 8X: 900-Volt-Hybrid-SUV mit 898 PS ab 42.200 €
Während die meisten chinesischen SUV im Segment der „mobilen Lounge" mitspielen, geht der Zeekr (极氪) 8X einen eigenen Weg: Er setzt auf Fahrdynamik und Fahrerfeedback statt auf puren Komfort. Das Echo ließ nicht lange auf sich warten – innerhalb von 30 Minuten nach Vorverkaufsstart gingen 10.000 Bestellungen ein. Die getestete Version ist der Zeekr 8X Ultra Plus für ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan). Das Einstiegsmodell startet bei ca. 42.200 € (ca. 329.800 Yuan)*. Exporte sind nach dem Zeekr 9X für die Zeit nach 2026 geplant.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Exterieur: Groß, aerodynamisch, mit Lidar
Mit 5.100 mm Länge und 3.069 mm Radstand liegt der Zeekr 8X auf dem Niveau eines BMW X5 Längs. Der vordere Überhang wurde verlängert, um den 2,0-Liter-Turbomotor aufzunehmen – ein Kompromiss zugunsten der Proportionen. Aktive Kühlergrillklappen in beiden Lufteinlässen reduzieren den Luftwiderstand, wenn der Kühlbedarf gering ist. Serienmäßig ist ein einzelner Lidar auf dem Dach montiert. Die 22-Zoll-Räder mit 275-mm-Reifen maximieren die Querbeschleunigung, erhöhen aber das Abrollgeräusch. Konventionelle Türgriffe statt versenkbarer Modelle unterstreichen den mechanischen Ansatz. Die Luftfederung kann die Bodenfreiheit um bis zu 5 cm erhöhen (Offroad-Modus) oder auf der Autobahn um etwa 3 cm absenken. Eine 2.200-Watt-Außenstromversorgung ist ebenfalls an Bord.
Innenraum: Doppel-Display, physische Tasten, Echtholz
Der Innenraum bietet ein zentrales Infotainment-Display und einen separaten Bildschirm für den Beifahrer. Die Systemreaktion war während des Tests stabil. Wichtige Funktionen wie Fahrmodus und Fahrwerkshöhe lassen sich über physische Tasten bedienen – ein Plus für die Bedienung während der Fahrt. Weiche Materialien, Leder und Echtholz-Zierleisten mit durchgehender Maserung prägen die Atmosphäre. Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt. Die Fondpassagiere genießen elektrisch verstellbare Sitze, Klapptische und einen Kühlschrank. Einziges Manko: Die Ambientebeleuchtung wirkt punktuell statt durchgehend.
Fahrerlebnis: 900 Volt, 898 PS, Sprint in 3,7 Sekunden
Der Zeekr 8X Ultra Plus basiert auf der SEA-S-Plattform (Haohan-S). Sie kombiniert einen 2,0-Liter-Verbrenner (205 kW) mit einem Doppelmotor-E-Antrieb. Die Systemleistung beträgt 660 kW – das entspricht ca. 898 PS (im englischen Original fälschlich als 885 PS angegeben). Der Akku fasst 70 kWh und arbeitet mit 900-Volt-Architektur. Dank 6C-Ladetechnik soll der Ladehub von 20 auf 80 Prozent in rund 9 Minuten möglich sein. Die elektrische Reichweite gibt Zeekr mit 410 km (CLTC) an – das sind schätzungsweise ca. 350 km nach WLTP. Der Spurt von 0 auf 100 km/h dauert etwa 3,7 Sekunden. Die Leistungsentfaltung ist linear und kontrolliert. In Standardmodi wird die Leistung für sanftere Fahrweise gedrosselt.
Die Bremsen zeigen ein konsistentes Ansprechen, allerdings ist der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse bei niedrigen Geschwindigkeiten nichtlinear – Feingefühl am Pedal ist gefragt. Die Vorderradaufhängung ist eine Doppelquerlenker-Konstruktion, hinten eine Mehrlenker-Achse, kombiniert mit Zweikammer-Luftfedern und kontinuierlich verstellbaren Dämpfern. Ein elektronisch gesteuertes aktives Wankstabilisierungssystem reduziert die Wankneigung in Kurven und erlaubt in Offroad-Situationen mehr Radversatz. Die Lenkung ist für diese Fahrzeugklasse direkt, die Vorderachse verhält sich berechenbar. Allerdings fehlt eine Hinterachslenkung – der Wendekreis fällt größer aus als bei manchen Mitbewerbern. Zwei technische Einschränkungen fallen auf: Die 275-mm-Reifen auf 22-Zöllern verursachen bei Autobahntempo dominante Abrollgeräusche. Zudem überträgt die Hinterachse über unebene Straßen stärkere vertikale Stöße als die Vorderachse – ein Hinweis auf unterschiedliche Dämpferabstimmung zwischen den Achsen.
Autonomes Fahren & Technik
Die getestete Ultra-Plus-Variante nutzt ein Lidar-basiertes Fahrerassistenzsystem mit einem einzelnen Dach-Lidar, unterstützt von Kameras und Radarsensoren. Auf der Autobahn arbeiteten Spurhalte- und Abstandsregeltempomat zuverlässig, ohne abrupte Eingriffe. Höherwertige Konfigurationen der Zeekr 8X-Reihe verfügen über leistungsfähigere Sensor-Arrays und bis zu 1.400 TOPS Rechenleistung – diese waren am Testwagen nicht verbaut.
Fazit
Der Zeekr 8X startet bei ca. 42.200 € (ca. 329.800 Yuan)*. Er positioniert sich gegen den Li Auto L7 (Reichweitenoptimierung und Raumangebot), den Aito M7 (Softwareintegration) und den BMW X5 Plug-in-Hybrid (etablierte Mechanik, aber schwächere Elektrik). Das Zeekr-Modell sticht durch seine 900-Volt-Architektur, die Systemleistung von 660 kW (898 PS) und das aktive Wankstabilisierungssystem hervor. Im ersten Quartal 2026 verkaufte Zeekr 59.466 Fahrzeuge – ein Plus von 48,3 Prozent zum Vorjahr. Der 8X soll als Volumenstabilisator in der Preisregion um 400.000 Yuan (ca. 51.200 €) dienen.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Der Zeekr 8X ist noch nicht in Deutschland erhältlich. Eine Europa-Einführung ist für die Zeit nach 2026 vorgesehen. Zeekr vertreibt in Deutschland bereits die Modelle 001 (Kombi-Limousine) und X (Kompakt-SUV). Ein Marktstart des 8X in Deutschland wird frühestens ab 2027 erwartet.







