CATL: Lithium-Luft-Batterie mit 12.000 Wh/kg – wie Benzin
CATL, der weltweit größte Hersteller von Batterien für Elektroautos, hat erstmals öffentlich die Lithium-Luft-Technologie als strategisches Zukunftsprojekt benannt. Auf dem Forum „Powering the Nation 2026" erklärte Chefwissenschaftler Wu Kai, dass dieses Konzept das nächste große Ziel im globalen Batteriewettlauf sei.
Die „atmende" Batterie: Ein Quantensprung in der Energiedichte
Anders als herkömmliche Lithium-Ionen-Akkus, die auf schwere Metallverbindungen wie Nickel, Kobalt und Mangan angewiesen sind, nutzt die Lithium-Luft-Batterie (auch Lithium-Air genannt) Lithiummetall als Anode und Sauerstoff aus der Luft als Kathoden-Reaktionspartner. Das spart Gewicht und Komplexität – der Spitzname „atmende Batterie" ist Programm.
Die theoretische Energiedichte liegt bei bis zu 12.000 Wh/kg – das entspricht in etwa Benzin (rund 13.000 Wh/kg). Aktuelle Laborprototypen erzielen bereits über 1.200 Wh/kg, mehr als das Vierfache heutiger Serienakkus (250–270 Wh/kg) und deutlich mehr als die erwarteten 500 Wh/kg von Feststoffbatterien. Gelänge die Kommerzialisierung, wären Reichweiten jenseits von 1.600 km realistisch und das Thema Reichweitenangst wäre endgültig Geschichte.
Historische Hürden überwunden
Die Idee der Lithium-Luft-Batterie existiert seit den 1970er Jahren, scheiterte aber lange an technischen Problemen: Empfindlichkeit gegenüber Luftfeuchtigkeit und CO₂, sowie mangelnde Katalysatorstabilität und Zyklenfestigkeit. Neue Durchbrüche lassen jedoch aufhorchen:
- 2024: Ein Forschungsteam der University of Illinois Chicago, des Argonne National Laboratory und der California State University demonstrierte eine Batterie mit über 700 Zyklen unter realitätsnahen Luftbedingungen.
- 2025: Das Argonne National Laboratory und das Illinois Institute of Technology entwickelten einen Prototyp mit 1.200 Wh/kg und 1.000 Zyklen bei Raumtemperatur – eine Reichweite von über 1.600 km pro Ladung wäre damit machbar. Die Technologie wird für die Zeit nach 2030 erwartet.
CATLs strategische Roadmap
CATL hat bereits erfolgreich gezeigt, wie man neue Batteriechemien zur Marktreife bringt: Nach der ersten Vorstellung der Natrium-Ionen-Batterie im Jahr 2020 läuft die Massenproduktion seit 2026. Die Zellen finden sich in Modellen wie dem GAC Aion UT, Changan Oshan 520 sowie Fahrzeugen von Geely, Chery und FAW.
Mit dem Fokus auf Lithium-Luft wird CATLs langfristige Strategie deutlich:
- Kurzfristig: Ausgereifte Technologien bedienen die aktuelle Marktnachfrage (Lithium-Ionen, Natrium-Ionen).
- Mittelfristig: Feststoffbatterien heben das Nutzererlebnis auf die nächste Stufe.
- Langfristig: Lithium-Luft-Technologie erforscht die theoretischen Grenzen der Energiespeicherung.
CATL hält mit 47,0 % Marktanteil bei Antriebsbatterien (April 2026) die weltweite Spitzenposition. Im Bereich stationärer Stromspeicher verkaufte das Unternehmen 2025 rund 121 GWh – das entspricht einem globalen Marktanteil von 30,4 %, Rang 1 seit fünf Jahren.
In Deutschland
CATL ist als Zulieferer für zahlreiche deutsche Automobilhersteller aktiv und unterhält unter anderem ein Werk in Thüringen. Die hier beschriebene Lithium-Luft-Technologie befindet sich jedoch noch im Forschungsstadium und ist nicht kurzfristig für den europäischen Markt zu erwarten.
===THEMA=== batterie-laden-reichweite
===MARKTRELEVANZ=== global_industry
===MARKEN=== CATL
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.



