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ZeekrCarNewsChinaVon 5 Min. Lesezeit

Zeekr 8X: 898-PS-Hybrid ab 51.200 €, Europa-Start Ende 2026

Zeekr bringt mit dem 8X ein fahrdynamisch ausgelegtes Hybrid-SUV. Der 660 kW (898 PS) starke Allradler kommt in China ab 42.200 €, Europa-Export ist nach Ende 2026 geplant. 410 km elektrische Reichweite (CLTC), 900-Volt-Architektur.

Zeekr 8X: 898-PS-Hybrid ab 51.200 €, Europa-Start Ende 2026

Zeekr 8X: 898-PS-Hybrid ab 51.200 €, Europa-Start Ende 2026

Marktstart und Positionierung

Zeekr (极氪) positioniert den 8X bewusst anders als die meisten chinesischen SUV: Statt maximalem Lounge-Komfort steht Fahrdynamik im Mittelpunkt. Die ersten Bestellungen in China sollen binnen 30 Minuten die 10.000er-Marke geknackt haben. Die getestete Topversion Ultra Plus kostet ca. 51.200 € (399.800 Yuan)*, die Basisvariante startet bei ca. 42.200 € (329.800 Yuan). Der Export nach Europa soll nach Einführung des Zeekr 9X beginnen – frühestens Ende 2026.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Außendesign und Technik

Mit 5.100 mm Länge und 3.069 mm Radstand gehört der 8X in die Oberklasse der großen SUV. Die vordere Überhangverlängerung nimmt den quer eingebauten 2,0-Liter-Turbo auf. Aktive Kühlergrillklappen reduzieren den Luftwiderstand bei geringerem Kühlbedarf. Die Matrix-LED-Scheinwerfer basieren auf einem Multimodul-System. Ein einzelner Lidar-Sensor auf dem Dach unterstützt das Fahrassistenzsystem. Die getestete Version rollt auf 22-Zoll-Rädern mit 275er Reifen, was die Seitenführung verbessert, aber das Abrollgeräusch erhöht. Zeekr setzt auf konventionelle Türgriffe – ein bewusster Verzicht auf elektronische Komplexität. Das Luftfahrwerk kann die Karosserie im Offroad-Modus um bis zu 5 cm anheben und bei hohem Tempo um etwa 3 cm absenken. Serienmäßig sind eine verstärkte Dachreling und eine 2.200-Watt-Außenstromversorgung an Bord.

Innenraum und Bedienung

Das Cockpit besteht aus zwei Displays: einem zentralen Infotainment-Bildschirm und einem separaten Bildschirm für den Beifahrer. Die Bedienreaktionen waren im Test stabil. Physische Tasten für Fahrmoduswahl und Fahrzeughöhe ermöglichen eine direkte Bedienung ohne Touchscreen-Umwege. Die Materialqualität ist hochwertig: weiche Oberflächen an Armaturenbrett und Türverkleidungen, Echtholz-Zierleisten an den Türen sowie eine suedeartige Dachhimmelverkleidung. Sitzverstellung, Heizung, Belüftung und Memory-Funktion sind in die Türverkleidungen integriert. Die Passgenauigkeit ist überzeugend, die Materialübergänge sind sauber. Einzig die diffuse Ambientebeleuchtung zeigt punktförmige Lichtquellen statt eines durchgehenden Bandes. Die Vordersitze bieten guten Seitenhalt. Im Fond befinden sich elektrisch verstellbare Sitze, Klapptische und ein Kühlschrank mit Kompressor in der Mittelkonsole. Ein hinterer Kontrollbildschirm ist vorhanden, dessen Funktionsüberlappung mit dem Hauptsystem jedoch den praktischen Nutzen schmälert.

Fahrerlebnis

Der Zeekr 8X Ultra Plus basiert auf der SEA-S (Haohan-S) Super-Hybrid-Plattform. Der Antriebsstrang kombiniert einen 2,0-Liter-Turbo mit 205 kW und einen Doppelmotor-Elektroantrieb, der zusammen 660 kW (898 PS) leistet. Die 70 kWh große Batterie arbeitet mit einer 900-Volt-Architektur und unterstützt 6C-Ladetechnologie (6C bedeutet, dass die Batterie mit dem Sechsfachen ihrer Kapazität geladen werden kann). Unter optimalen Bedingungen soll der Ladezustand von 20 auf 80 Prozent in rund neun Minuten möglich sein. Die elektrische Reichweite gibt Zeekr mit 410 km (CLTC) an – das entspricht umgerechnet rund 350 km (WLTP-Schätzwert)*. Der kombinierte Normverbrauch hängt vom Fahrprofil ab. Der Sprint von 0 auf 100 km/h absolviert der 8X in etwa 3,7 Sekunden. Die Kraftentfaltung ist sofort, aber kontrolliert linear. Im Normalmodus wird die Leistung sanfter dosiert. Das Bremspedal zeigt einen gleichmäßigen Druckpunkt, der Übergang von Rekuperation zur mechanischen Bremse ist bei niedrigen Geschwindigkeiten jedoch nicht ganz linear – hier ist etwas mehr Pedalfeeling nötig. Das Fahrwerk vorn mit Doppelquerlenkern, hinten mit Mehrlenkerachse, kombiniert mit Zweikammer-Luftfedern und kontinuierlich verstellbaren Dämpfern, bietet im Standardmodus gut abgestimmte Vertikaldynamik. Im Sportmodus senkt sich die Karosserie und die Dämpfer werden straffer. Ein elektronisch gesteuertes aktives Wankstabilisierungssystem reduziert die Seitenneigung in Kurven, während es bei wenig Traktion mehr Radverschwenkung zulässt. Die Lenkung reagiert direkt, der Vorderwagen folgt berechenbar. Allerdings fehlt eine Hinterachslenkung, was den Wendekreis vergrößert. Zwei technische Einschränkungen fallen auf: Die breiten 275er Reifen auf 22-Zoll-Felgen verursachen bei Autobahntempo das dominierende Fahrgeräusch. Zudem überträgt die Hinterachse über unebene Stellen spürbarere vertikale Stöße als die Vorderachse – ein Hinweis auf unterschiedliche Dämpferabstimmung zwischen den Achsen.

CLTC (chinesischer Verbrauchszyklus, typischerweise 10–15 % höher als WLTP)

Assistenzsysteme & Technik

Die getestete Ultra Plus-Version verfügt über ein lidarbasiertes Fahrassistenzsystem mit einem einzelnen Dach-Lidar sowie Kameras und Radaren. Im Test arbeiteten der Autobahn-Spurhalteassistent und die adaptive Geschwindigkeitsregelung zuverlässig ohne abrupte Deaktivierung. Höher ausgestattete Varianten des Zeekr 8X besitzen fortschrittlichere Sensor-Arrays und eine Rechenleistung von bis zu 1.400 TOPS – diese waren im Testfahrzeug jedoch nicht verbaut.

Fazit und Konkurrenz

Der Zeekr 8X tritt gegen den Li Auto L7, den AITO M7 sowie den Plug-in-Hybriden des BMW X5 an. Die Einstiegspreise liegen in China bei ca. 42.200 € (329.800 Yuan) – damit bewegt sich der 8X im Kernsegment großer elektrifizierter SUV. Seine Differenzierungsmerkmale sind die 900-Volt-Architektur, die Systemleistung von 660 kW und das elektronisch gesteuerte Wankstabilisierungssystem. Der Li Auto L7 fokussiert auf Reichweiten-Effizienz und Innenraum, der AITO M7 auf Software-Integration. Der BMW X5 PHEV bietet klassische mechanische Raffinesse, kann aber weder bei der elektrischen Architektur noch bei der Spitzenleistung mit dem Zeekr mithalten. Aus Markensicht unterstreicht Zeekr mit dem 8X seine Position: Im ersten Quartal 2026 verkaufte die Marke 59.466 Einheiten – ein Plus von 48,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr (Quelle: China EV DataTracker).


Der Zeekr 8X ist noch nicht in Europa erhältlich. Der Export soll nach dem Zeekr 9X beginnen – frühestens Ende 2026. Ein konkreter Marktstart in Deutschland ist noch nicht angekündigt.


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ZeekrBatterieReichweiteZollHybridPHEV