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ZeekrCarNewsChinaVon 5 Min. Lesezeit

Zeekr 8X Ultra Plus: 885 PS EREV ab ca. 51.200 €

Der Zeekr 8X Ultra Plus kombiniert 660 kW Systemleistung mit einer 900‑Volt‑Architektur. Der 2,0‑Liter‑Verbrenner dient als Generator. Marktstart in Europa frühestens Ende 2026.

Zeekr 8X Ultra Plus: 885 PS EREV ab ca. 51.200 €

Zeekr 8X Ultra Plus: 885 PS EREV ab ca. 51.200 €

Während viele große chinesische SUVs auf Komfort und Wohnzimmer‑Atmosphäre setzen, geht der Zeekr 8X eigene Wege: Er legt den Fokus auf Fahrdynamik und Rückmeldung an den Fahrer. Der Markt reagierte prompt – laut Hersteller gingen innerhalb von 30 Minuten nach Vorverkaufsstart 10.000 Bestellungen ein. Die getestete Topversion Ultra Plus leistet 660 kW (885 PS) und nutzt einen 2,0‑Liter‑Turbomotor, der ausschließlich als Generator fungiert – ein reines EREV‑Antriebskonzept (Range Extender). Die noch stärkere Yao‑Ying‑Variante bringt es auf bis zu 1.381 PS.

Der Ultra Plus kostet in China ca. 51.200 € (ca. 399.800 Yuan; auf volle 100 € gerundet)*. Das Basismodell startet bei ca. 42.200 € (ca. 329.800 Yuan). Der Export nach Europa soll nach dem Zeekr 9X beginnen – frühestens Ende 2026.

Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.

Außendesign: Groß, aerodynamisch, funktional

Mit 5.100 mm Länge und 3.069 mm Radstand rangiert der Zeekr 8X in der Oberklasse der großen SUVs – Konkurrenten sind unter anderem der Li Auto L7, der Aito M7 und der BMW X5 Plug‑in‑Hybrid. Der lange vordere Überhang ist dem Frontmotor geschuldet, der als Generator dient. Aerodynamische Details wie aktive Kühlergrill‑Jalousien reduzieren den Luftwiderstand und senken Strömungsgeräusche. Die Lichtanlage besteht aus Multi‑Modul‑Matrix‑LEDs, ein einzelner Lidar‑Sensor auf dem Dach unterstützt das Fahrerassistenzsystem. Der Wagen rollt auf 22‑Zoll‑Rädern mit 275er‑Reifen – das bringt Grip, erhöht aber Rollwiderstand und Reifenabrollgeräusche. Statt versenkbarer Türgriffe kommen konventionelle zum Einsatz. Ein Luftfahrwerk hebt die Karosserie im Geländemodus um bis zu fünf Zentimeter und senkt sie bei hohem Tempo um etwa drei Zentimeter. Zur Serienausstattung gehören eine verstärkte Dachreling und eine 2.200‑Watt‑Außensteckdose.

Innenraum: Zwei Displays, echte Knöpfe

Das Cockpit kombiniert ein zentrales Infotainment‑Display mit einem Beifahrerbildschirm. Wichtige Funktionen wie Fahrmodus‑Wahl und Fahrwerkshöhe lassen sich über physische Tasten steuern – ein Plus für die Bedienung während der Fahrt. Die Materialqualität ist hoch: weiche Oberflächen auf Armaturenbrett und Türverkleidungen, Echtholz‑Zierleisten an den Türen, samtähnlicher Dachhimmel. Sitzverstellung, Heizung, Lüftung und Memory‑Funktionen sind in die Türverkleidungen integriert. Die Passgenauigkeit der Teile ist gut, die Holzmaserung durchgängig. Einzig die Ambientebeleuchtung wirkt etwas ungleichmäßig – sichtbare Leuchtpunkte statt eines durchgängigen Lichtbands.

Die Vordersitze bieten moderaten Seitenhalt, was bei der 3,7‑Sekunden‑Beschleunigung auf 100 km/h hilfreich ist. Im Fond gibt es elektrisch verstellbare Sitze, Klapptische und einen Kühlschrank mit Kompressor in der Mittelkonsole. Ein zweiter Touchscreen hinten – praktischer Zusatz, auch wenn sich Funktionen mit dem Hauptsystem überschneiden.

Fahreindrücke: EREV mit 900‑Volt‑Architektur

Der Zeekr 8X Ultra Plus basiert auf der SEA‑S (Haohan‑S) Plattform, die hier als Super‑EREV‑Plattform ausgelegt ist. Ein 2,0‑Liter‑Verbrenner mit 205 kW dient ausschließlich als Generator, die Räder werden von zwei E‑Motoren mit zusammen 660 kW (885 PS) angetrieben. Die 70‑kWh‑Batterie arbeitet mit 900 Volt und unterstützt 6C‑Laden – 20 bis 80 Prozent Ladestand sind unter optimalen Bedingungen in etwa neun Minuten möglich. Die elektrische WLTP‑Reichweite wird auf ca. 350 km geschätzt (410 km CLTC* – dieser chinesische Zyklus fällt typischerweise 10–15 % höher aus als WLTP). Der kombinierte Normverbrauch hängt stark vom Fahrprofil ab.

Die Kraftentfaltung ist sofort und dennoch kontrolliert: Eine lineare Kennlinie vermeidet ruckartige Spitzen. Im Standardmodus wird die Leistung etwas gedrosselt für sanfteres Fahren. Die Verzögerung zeigt konsistentes Ansprechen, doch der Übergang zwischen Rekuperation und mechanischer Bremse wirkt bei niedrigen Geschwindigkeiten nichtlinear – mehr Pedalgefühl ist gefragt.

Das Fahrwerk vorn mit Doppelquerlenkern, hinten mit Mehrlenker, kombiniert mit Zweikammer‑Luftfedern und kontinuierlich verstellbaren Dämpfern, bietet im Standardmodus angenehme Grundabstimmung. Im Sportmodus senkt sich das Auto ab, die Dämpfer werden straffer – das verbessert die Seitenneigung in Kurven. Eine elektronisch gesteuerte aktive Wankstabilisierung reduziert das Wanken dynamisch.

Die Lenkung reagiert direkt für diese Fahrzeugklasse, der Vorderwagen liegt gut in der Spur. Allerdings fehlt eine Hinterachslenkung, was den Wendekreis größer macht als bei manchen Mitbewerbern. Zwei technische Einschränkungen fallen auf: Die Reifenabrollgeräusche sind bei Autobahntempo dominant (275er Breite, 22 Zoll), und die Hinterachse überträgt stärkere vertikale Stöße auf unebener Fahrbahn als die Vorderachse – ein Hinweis auf unterschiedliche Dämpferabstimmung zwischen den Achsen.

Assistenzsysteme: Lidar an Bord

Der Ultra Plus testet ein auf einem einzelnen Dach‑Lidar basierendes Fahrerassistenzsystem, unterstützt von Kameras und Radaren. Auf der Autobahn funktionierte der Spurhalteassistent und die Abstandsregelung ohne abrupte Eingriffe; die Sensorfusion erwies sich im Alltag als stabil. Höhere Ausstattungslinien des Zeekr 8X bieten bis zu 1.400 TOPS Rechenleistung und mehr Sensoren – diese Variante war nicht Gegenstand des Tests.

Fazit: Ein starkes Statement

Der Zeekr 8X Ultra Plus positioniert sich im umkämpften Segment großer elektrifizierter SUVs. Mit 900‑Volt‑Architektur, 660 kW Dual‑Motor‑Leistung und aktiver Wankstabilisierung geht er gegen Konkurrenten wie Li Auto L7 (stärker auf Reichweite und Raum optimiert), Aito M7 (Software‑Integration) oder den BMW X5 Plug‑in‑Hybrid (etablierte Mechanik, aber geringere Systemleistung) an. Zeekr selbst steigerte die Verkaufszahlen im ersten Quartal 2026 auf 59.466 Einheiten (+48,3 % zum Vorjahr) – der 8X soll diese Dynamik im gehobenen Preissegment stabilisieren.


Zeekr hat mit dem vollelektrischen 001 und 9X bereits EU‑Modelle im Portfolio. Der 8X soll exportiert werden – frühestens ab Ende 2026 zunächst nach Europa. Ein konkreter Marktstart in Deutschland ist noch nicht bestätigt.


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