BYD jagt CATL bei Natrium-Batterien: Nur ein Quartal Rückstand
Während CATL (宁德时代) auf der Bühne in München im Juni 2026 sein Natrium-Batterie-Speichersystem „Tianheng“ vorstellte, arbeitet BYD (比亚迪) im Hintergrund an einer eigenen Strategie. Der Batterieriese investiert nach eigenen Angaben über 100 Milliarden Yuan (ca. 12,8 Mrd. €) in die Natrium-Ionen-Technologie und liegt damit in der Produktion nur ein bis zwei Quartale hinter dem Marktführer zurück.
Natrium-Batterien gelten als vielversprechende Alternative zu Lithium-Ionen-Akkus, vor allem wegen ihrer Kostenvorteile, hohen thermischen Stabilität und guten Tieftemperatureigenschaften. Der Nachteil ist die geringere Energiedichte. CATL gibt 175 Wh/kg an, nahe an aktuellen LFP-Zellen (180–200 Wh/kg) – allerdings ist unklar, ob es sich um Zell- oder Packdichte handelt.
Zwei Wege, zwei Technologien
CATL setzt auf Schichtoxid-Kathoden („layered oxide“) für höhere Energiedichte und bedient sowohl den Pkw-Markt als auch stationäre Speicher. BYD (bzw. die Tochter FinDreams Battery / „弗迪电池“) hat sich für Polyunion-Verbindungen entschieden, die eine extrem lange Zyklenlebensdauer von bis zu 10.000 Zyklen ermöglichen. Damit zielt BYD in erster Linie auf den Speichermarkt ab – eine logische Entscheidung, denn hier sind Volumen und Gewicht weniger kritisch.
Produktion: Mehr als nur andere Chemie
Ein weit verbreiteter Irrtum: Lithium- und Natrium-Batterien ließen sich zu 90 % auf der gleichen Linie fertigen. Tatsächlich benötigen Natrium-Zellen spezielle Hard-Carbon-Anoden, die zur Gasbildung neigen. Zudem erfordert die Herstellung eine strengere Kontrolle der Luftfeuchtigkeit als bei Lithium-Zellen. Auch das Bonding von Aluminiumfolie ist anspruchsvoller. All diese Hürden erklären, warum neben CATL und BYD kaum ein anderer Hersteller ernsthafte Produktionskapazitäten aufbaut.
Strategische Bedeutung
Hinter der Technologie steht vor allem ein strategisches Kalkül: Die Abhängigkeit von Lithiumimporten – China deckt inzwischen 60 % seines Bedarfs durch Einfuhren – soll reduziert werden. Natrium als Rohstoff ist weltweit verfügbar und deutlich günstiger. CATL hat bereits einen 3-Jahres-Auftrag über 60 GWh für Natrium-Speicher an Land gezogen – das entspricht fast dem Siebenfachen der gesamten globalen Natrium-Batterie-Produktion von 2025.
BYD hat bei der Entwicklung von Natrium-Zellen „Milliarden investiert“, wie es heißt. Während CATL derzeit der einzige Hersteller ist, der Natrium-Batterien in Serienfahrzeugen einsetzt, könnte BYD im Laufe des Jahres 2026 aufschließen. Die Technologie wird die Lithium-Ionen-Batterien nicht ersetzen, aber in Nischen wie Speicher und E-Busse eine wichtige Rolle spielen.
In Deutschland
BYD ist bereits auf dem deutschen Markt vertreten. Aktuelle Modelle in Deutschland: Atto 2, Atto 3, Dolphin, Seal, Sealion 7, Han.
BYD ist seit 2022 auf dem deutschen Markt aktiv und baut sein Händlernetz kontinuierlich aus.

