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CherySinaVon 3 Min. Lesezeit

Chinas Autoexporte brechen Rekorde – Chery mit 70 % Exportanteil

Chinas Automarkt erlebt eine strukturelle Wende: Inlandsverkäufe brechen ein, Exporte boomen. Chery exportiert mit 70 % Anteil am eigenen Absatz am meisten – und bereitet den Europa-Start von Omoda vor.

Chinas Autoexporte brechen Rekorde – Chery mit 70 % Exportanteil

Der chinesische Autobauer Chery (奇瑞) hat im ersten Halbjahr 2024 die meisten Fahrzeuge aller chinesischen Hersteller ins Ausland exportiert. Mit rund 70 % Exportanteil am eigenen Absatz ist Chery der erste wirklich exportorientierte Volumenhersteller Chinas. Derweil bricht der Inlandsmarkt für Verbrenner dramatisch ein, während Exporte und Elektroautos boomen.

Inlandsmarkt im freien Fall

Laut dem chinesischen Automobilverband (CAAM) sank der Pkw-Absatz im Juni 2024 um 26,4 % auf 1,497 Millionen Einheiten. Besonders hart traf es Benziner: Nur 490.000 Neuzulassungen bedeuten einen Einbruch von 49,9 % im Vergleich zum Vorjahr. Im gesamten ersten Halbjahr gingen die Verbrennerverkäufe um 31,9 % auf 3,694 Millionen Einheiten zurück – der stärkste Rückgang seit vier Jahren. Die Händler leiden unter hohen Lagerbeständen, vor allem Joint-Venture-Marken mit starkem Verbrennerportfolio sind betroffen.

Die Ölpreise spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle. Zwar fiel der Ölpreis im Juli 2024 unter 70 US-Dollar pro Barrel, doch die Verkäufe von Benzinern erholten sich nicht. Die Kunden haben ihre Präferenzen dauerhaft geändert.

Export-Kurs: Chery führt, alle folgen

Während es daheim kriselt, explodieren die Ausfuhren. Insgesamt exportierte China im ersten Halbjahr 2024 über fünf Millionen Fahrzeuge – ein Plus von rund 65 %. Chery belegt dabei Platz eins, noch vor Geely (150 % Exportwachstum). Der Gesamtexport des Landes könnte 2024 die Marke von zehn Millionen Fahrzeugen knacken – ein neuer Weltrekord, der den bisherigen Spitzenwert Japans (6,85 Millionen im Jahr 1985) weit übertrifft.

Besonders dynamisch wächst der Export von Elektroautos: plus 120 % im Vergleich zum Vorjahr. Chery profitiert von diesem Trend, obwohl das Unternehmen auch viele Verbrenner exportiert.

Elektro-Trends: BEV legt zu, Reichweitenverlängerer verlieren

In China selbst verschieben sich die Kräfteverhältnisse. Reine Elektroautos (BEV) legten im Juni 2024 im Vergleich zum Vorjahresmonat um 26,9 % zu, während Plug-in-Hybride (PHEV) um 18,1 % wuchsen. Die einst gefeierten Reichweitenverlängerer (EREV – ein Verbrennermotor als Generator für den Elektroantrieb) brachen dagegen um 25,2 % ein. Der Grund: Immer längere BEV-Reichweiten, Schnellladenetze und der Ausbau von Wechselstationen machen den ursprünglichen Vorteil des „sorgenfreien Fahrens" zunehmend überflüssig.

Selbst neue Modelle mit großen Batterien (70–80 kWh) können den Trend nicht umkehren. In den Top 10 der meistverkauften Elektroautos im ersten Halbjahr 2024 findet sich nur noch ein EREV-Modell. Die Zukunft gehört der reinen Batterie.

Export als Rettungsanker – und die globale Industrie

Chinas Autoindustrie stützt sich zunehmend auf den Export. Die im Inland fehlenden Absätze werden durch die florierenden Ausfuhren kompensiert. Langfristig wird die Elektromobilität die Verbrenner weltweit verdrängen – Chinas vollständige Industriekette von Rohstoffen über Batterien bis zur Software gibt dem Land einen unaufholbaren Vorsprung.


Chery selbst ist in Deutschland nicht als Marke vertreten. Allerdings plant der Konzern über seine Submarke Omoda den Europa-Start: Der Omoda 5 (Verbrenner) und Omoda E5 (rein elektrisch) sind in Spanien, Italien und Polen bereits erhältlich. Ein Marktstart in Deutschland wird für 2025 erwartet. Preise und genaue Zeitpläne stehen noch nicht fest. Auch die Schwestermarke Jaecoo (SUV-Modelle) bereitet den Markteintritt in Europa vor.

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