BYDs Yangwang U9 Xtreme: 503,17 km/h als Serienrekord
503,17 km/h — schneller war noch kein straßenzugelassener Serienwagen. Der Yangwang (仰望) U9 Xtreme aus dem Hause BYD (比亚迪) hat diese Marke bei einer Hochgeschwindigkeitsfahrt auf einer gesperrten Teilstrecke der E11 bei Abu Dhabi aufgestellt. Guinness World Records hat den Wert anerkannt, am Steuer saß der Deutsche Marc Basseng.
Damit liegt der Elektro-Supersportwagen 6,95 km/h über dem eigenen Zwischenstand von 496,22 km/h. Bei 503,17 km/h legt das Fahrzeug pro Sekunde knapp 140 Meter zurück. Die Messfahrt selbst datiert auf den 6. November, die Challenge hatte bereits am 1. November begonnen.
Echte Schnellstraße statt Prüfgelände
Der U9 Xtreme fuhr nicht auf einem abgesperrten Testgelände, sondern auf einer für den Verkehr gesperrten Wüstenautobahn. Hitze, Seitenwind und aufgewirbelter Sandstaub gehörten damit zu den Randbedingungen — Bedingungen, die auf dem Prüfstand in Papenburg nicht vorkommen. Die Telemetrie dokumentiert 9,2 Kilometer vom Beschleunigungsbeginn bis zum Ende der Bremszone.
Papenburg und Nordschleife als Zwischenschritte
Im September 2025 hatte der Wagen auf dem ATP-Prüfgelände in Papenburg 496,22 km/h erreicht — damals unter Laborbedingungen. Auf der Nordschleife des Nürburgrings blieb er mit 6:59,157 Minuten erstmals unter der Sieben-Minuten-Marke. Für einen elektrischen Seriensupersportwagen war das bis dahin unerreicht.
Vier Motoren, 1.200 Volt, 30.000 U/min
Angetrieben wird der Zweisitzer von vier Elektromotoren, die bis 30.000 U/min drehen. Zusammen kommen sie auf 2.220 kW, das entspricht 3.018 PS. Die 1.200-Volt-Architektur des Bordnetzes erreicht kein europäischer Serienwagen. Das Torque-Vectoring verteilt die Antriebsmomente bis zu 100-mal pro Sekunde zwischen den Rädern.
Aerodynamik für Regionen jenseits der 400 km/h
Reifen, Bremsen, Kühlung und Fahrwerksregelung sind auf Dauerlast bei ultrahohen Geschwindigkeiten ausgelegt — nach Herstellerangaben. Auffällig ist die Aerodynamik: ein großer Frontsplitter aus Kohlefaser, ein Heckdiffusor, eine Doppelkanal-Motorhaube und ein hoch angesetzter Schwanenhals-Heckflügel.
Zum Vergleich: Europas schnellste Elektro-Supersportwagen wie der Rimac Nevera liegen im Bereich von rund 400 km/h. Der U9 Xtreme übertrifft sie um mehr als 100 km/h — zum Preis einer Auflage von nur 30 Exemplaren. Eine EU-Typgenehmigung ist nicht bestätigt, ein Euro-NCAP-Ergebnis liegt nicht vor. Ob und wann Yangwang nach Deutschland kommt, ist offen.
In Deutschland
Yangwang ist in Deutschland nicht erhältlich. BYD verkauft hierzulande Modelle wie Atto 3, Dolphin, Seal und Sealion — die Premium- und Supersportmarke gehört nicht zum Europa-Programm. Der U9 Xtreme ist ausschließlich für den chinesischen Markt gebaut, eine EU-Typgenehmigung existiert nicht. Ein Marktstart in Europa ist nicht angekündigt; selbst in China bleiben die 30 Exemplare einem kleinen Kreis vorbehalten.




