Forthing Xinghai V6: Huawei-ADS ab 12.800 €
Der chinesische Hersteller Dongfeng Forthing (东风风行) hat am 19. September sein neues Elektro-SUV Xinghai V6 (星海V6) auf den chinesischen Markt gebracht. Der bis zu sechssitzige Stromer startet in der Einstiegsversion umgerechnet ab ca. 12.800 € (ca. 100.000 Yuan)*. Sein Verkaufsargument ist brisant: das Fahrassistenzsystem (ADAS) Huawei Qiankun ADS in einem erschwinglichen Familien-SUV.
Hinweis: Preise beziehen sich auf den chinesischen Markt und können in Europa abweichen.
Huawei-Technik für die Mittelklasse
Bislang war Huaweis Qiankun-ADS vor allem in deutlich teureren Fahrzeugen zu finden. Forthing will die Technik nun in das Volumensegment zwischen ca. 12.800 und 19.200 € (ca. 100.000 bis 150.000 Yuan) bringen. Nach Einschätzung des Herstellers dürfte die ADAS-Durchdringung im Premiumsegment bis 2026 bei rund 70 % liegen — im wichtigsten Massensegment dagegen deutlich niedriger. Genau dort will der Xinghai V6 ansetzen.
Das SUV fährt rein elektrisch (BEV) und kombiniert den Assistenten mit einem großzügigen Raumkonzept. Damit tritt es gegen große Sechssitzer-SUV wie den Kia EV9 an — allerdings zum Bruchteil des Preises.
Platz für sechs auf 4,8 Metern
Besonders auffällig: Trotz einer Länge von nur rund 4,80 Metern soll der Xinghai V6 ein vollwertiges Sechssitzer-Layout bieten. Die dritte Reihe lässt sich versenken, das Fahrzeug ist zwischen vier und sechs Sitzen umbaubar. Dazu kommt ein 70 Liter großer Frontkofferraum (Fach unter der Fronthaube) — ungewöhnlich für ein Elektroauto mit Frontantrieb.
Die wichtigsten Daten:
- Länge: rund 4,80 Meter
- Sitzplätze: sechs, dritte Reihe versenkbar
- Sitzkonfiguration zwischen vier und sechs Sitzen flexibel
- 70-Liter-Frontkofferraum
- „Sechs-in-Eins"-E-Antrieb mit integriertem Wärmemanagement
- Rein elektrischer Antrieb (BEV)
Nach Herstellerangaben liegt die Raumausnutzung trotz des kompakten Außenmaßes auf dem Niveau eines Fahrzeugs der Fünf-Meter-Klasse.
Fokus auf Sicherheit statt Feature-Liste
Beim Assistenzsystem setzt Forthing nicht auf die schiere Zahl der Funktionen. In der Nutzerbefragung priorisierten die Kunden in dieser Reihenfolge: Sicherheit, gutes Einparken, Autobahn- und Überlandfahrten — erst danach die durchgängige Stadtfahrt. Entsprechend stehen aktive Sicherheit, automatisches Parken (auch auf engen Plätzen und mit gespeicherten Parkpositionen) sowie der Autobahn-NCA (Navigations-Fahrassistent) im Mittelpunkt.
Bei einer 249 Kilometer langen Testfahrt als Livestream habe es nach Herstellerangaben nur eine einzige manuelle Übernahme gegeben — ausgelöst durch eine kurzfristige Straßensperrung. Auch bei Baustellen und verengten Spuren habe das System stabil gearbeitet.
Neben der Standardversion bietet Forthing eine sogenannte Explorer-Version an. Sie kommt ab Werk mit Camping- und Outdoor-Ausstattung, inklusive Werksgarantie und abgestimmter Freizeit-Dienste. Der Hersteller will damit das Auto vom reinen Transportmittel zum Teil des Familienlebens machen.
Warum der Preis möglich ist
Bemerkenswert ist, wie Forthing die Kosten drückt. Der Hersteller nennt mehrere Bausteine:
- Nutzung des Huawei-IPD-Entwicklungsprozesses seit 2019
- Skaleneffekte durch den Dongfeng-Konzern mit mehreren Millionen Fahrzeugen pro Jahr
- Plattform-Strategie: Nutzung marktbewährter Komponenten aus Bestseller-Modellen statt kompletter Neuentwicklung
- „Business-Plan"-Modell mit Zulieferern statt klassischer Ausschreibung
- Hochintegration: nur sechs statt 22 Wasserleitungen im Motorraum, dadurch weniger Bauteile
Auch künftig mehr Modelle geplant
Die Zusammenarbeit mit Huawei soll weiter wachsen. Bereits 2024 unterzeichneten beide Seiten in Nanning zudem eine Kooperation zur intelligenten Fertigung. Künftig sind gemeinsame Projekte bei Cockpit, Huawei-Cloud, digitalem Schlüssel und Fahrwerk geplant. Ein zweites Modell sei bereits beschlossen, heißt es bei Forthing.
Allerdings setzt der Hersteller nicht ausschließlich auf Huawei: Forthing betreibt laut eigenen Angaben ein eigenes Software- und ein eigenes Zentrum für autonomes Fahren und arbeitet auch mit anderen chinesischen Anbietern zusammen. Auf Überseemärkten kommt derzeit eine andere Assistenzplattform zum Einsatz.
In Deutschland
Zu diesem Hersteller liegen uns aktuell keine gesicherten Informationen über einen europäischen Markteintritt vor. Das Modell ist derzeit auf dem chinesischen Markt erhältlich.

